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Herr Heinz geht auf eine Idee von Sabine Graf zurück. Sie wollte mir einen Text schreiben, auf den ich bildnerisch reagieren sollte. In 33 Bildern wird die Geschichte von Herrn Heinz erzählt. Der Text ist hier zugänglich. Dazu entstand ein ganzes Konvolut von Zeichnungen und Malereien, die sich mit den Themen Welt und Schirm und Wolken und Wetter beschäftigen. Im Herbst 2005 gab es dazu eine Ausstellung in der Galerie Kunststall in Kirkel-Altstadt, eröffnet mit einer sehr schönen, fast gänzlich ungeprobten Lesung von Sabine Graf und mir. Erstaunlich, wieviele Menschen den Weg an diesem sonnigen Sonntagnachmittag nach Altstadt gefunden haben. Umso weniger kamen denn nachher in die Ausstellung. Es erschien, nach einigen technisch oder finanziell gescheiterten Versuchen, ein fotokopiertes Buch mit den Texten und spontanem Krikelkrakel in Potoshop erstellt, in einer Auflage von 60 Exemplaren, handgebunden, mit einem Originalzeitungsausriß und einer post-it Zeichnung (ebenso Original ), handsigniert und nummeriert zum sagenhaften Preis von 5,- EUR.

Eine weitere Lesung des Stoffes fand im Hofcafé in Illingen/Saar statt.

 


Bild 1

Herr Heinz wollte die Welt beherrschen. Doch wollte die Welt keine Anstalten machen, sich diesem Wunsch zu beugen.

Bild 2

Daher begann er darüber nachzudenken, wie er es anstellen müsse, damit ihm die Welt gehorche. “Sie braucht es ja nicht gleich zu merken”, sagte er sich und überlegte, wie groß ein Holzpferd sein müsse, mit dem er die Welt überlisten könne.

Bild 3

Da fiel ihm ein, dass die Welt schon sehr alt war und darum den Trick mit dem Holzpferd kannte.

“Dann mach’ ich eben was anderes. Etwas, was die Welt noch nicht gesehen hat. Dann sitzt sie in der Falle.”

Deshalb musste Herr Heinz herausfinden, was es war, was die Welt nicht wusste.

Bild 4

“Ich muss herausfinden, was die Welt nicht weiß.”

Herr Heinz las alle Bücher von A bis Z, blätterte in Enzyklopädien und Lexika, besuchte die Volkshochschule und ging in Archive. Dabei stellte er fest, dass die Welt sehr viel wusste.

Bild 5

Herr Heinz überlegte, wie er das Wissen der Welt gegen sie benutzen konnte. So wie der Igel den Hasen überlistet hatte. Aber auch das weiß ja die Welt, sagte sich Herr Heinz. Darauf verließ er das Haus. Am Himmel lungerten dunkle Wolken herum. Sie wollten ihn dazu zwingen, einen Regenschirm mitzunehmen. Herr Heinz fühlte sich von der Welt bedroht. Sie ahnt wohl, was ich mit ihr vorhabe und will mich einschüchtern.

Bild 6

Denn von seiner Großmutter hatte Herr Heinz gelernt, dass er, sobald Wolken am Himmel aufzogen, einen Regenschirm mitzunehmen hatte. “Wenn Wolken am Himmel sind, musst du einen Regenschirm mitnehmen.” Dabei genügte ihr schon der Hinweis im Radio, dass es Wolken geben könnte, um Herr Heinz einen Schirm aufzuzwingen.

Bild 7

Herr Heinz war der Rat der Großmutter stets lästig. Doch er nahm den Schirm, ging davon, doch es regnete nicht. Nicht einen Tropfen. Da Herr Heinz damals noch ein Kind war, dachte er nicht daran, den Regenschirm als Sonnenschutz zu nutzen. So oder so behinderte ihn der Schirm. Er trug den Schirm und hielt den Regen ab, damit die anderen davon springen und auf Bäume klettern konnten.

Ohne Schirm versteht sich.

Bild 8

Auch als Herr Heinz längst erwachsen, folgte er dem Rat der Großmutter. Waren Wolken am Himmel oder kündigte der Wetterbericht Regen an, nahm er einen Schirm mit. Es war ihm nicht weniger lästig als in Kindertagen. Doch widersetzte er sich, dann fiel Regen aus den Wolken und durchweichte alles, was er an sich trug.

Bild 9

Die Welt hatte Herrn Heinz fest im Griff. Sie führte ihn an der Nase herum, was nicht ganz richtig war. Sie zwang ihn, sich am Regenschirm festzuhalten, während alle anderen, so schien es ihm, frei von dieser Last ihrer Wege gingen. “Weil ich für sie einen Schirm trage und damit den Regen abhalte.”

Bild 10

Herr Heinz missfiel dieses Arrangement. Deshalb wurde ihm dieser Plan umso dringender, mit dem er die Welt überlisten wollte. Er überlegte lange und bald wusste er, was zu tun sei. “Ich täusche sie und lass’ sie in dem Glauben, dass sie stärker ist als ich.” Das sagte er ganz leise zu sich selbst, damit er die Welt nicht hörte und sich auf seine List vorbereiten konnte.

Bild 11

Die Sonne gehört zur Mannschaft der Welt. An sie wollte sich Herr Heinz halten. Die Sonne reagierte auf Regenschirme. Herr Heinz stellte es fest und schloss darauf, dass die Sonne Regenschirme hassen musste. Warum sollte sie sonst den Regenschirm an seiner Selbstentfaltung hindern? “Daraus lässt sich was machen”, sagte er sich. Die Sonne hatte ihm ihre Schwäche gezeigt. “Selbst schuld. Jetzt weiß ich, wie ich die Welt packe.” Herr Heinz war guten Mutes, dass sein Plan gelang.

Bild 12

Herr Heinz überprüfte, ob sein Plan auch richtig war, und er den richtigen Schluss gezogen hatte. Als am Himmel ein paar Wolken aufgezogen waren, ging er hinaus und nahm seinen Schirm mit sich, worauf kein Tropfen fiel. Um ganz sicher zu gehen, verließ er am anderen Tag das Haus ohne Schirm. Der Wetterbericht hatte Sonnenschein gemeldet. “Das machen die extra die Wetterleute”, sagte er sich. Die Welt hat sie dazu angestiftet. Danach ging er in den Garten, später in die Stadt, den Park, aber es regnete nicht.

Bild 13

Am Abend hatte es immer noch nicht geregnet, obwohl Herr Heinz ohne Schirm herumspaziert war. “Vielleicht ist doch alles falsch, was ich mir ausgedacht habe und die Sonne doch nicht im Bund mit der Welt, sondern einfach nur launisch.”

Herr Heinz war nahe daran, an die Sorglosigkeit der Sonne zu glauben. Sie macht vielleicht nur was sie will. Jedenfalls nichts Hinterlistiges. Vielleicht war es die Großmutter, die mich veralberte.

Dann ging er auf den Friedhof, um seiner Großmutter keine Blumen zu bringen.

Bild 14

Der Friedhof lag im Sonnenschein. Herr Heinz kam sogar ins Schwitzen, als er vor dem Grab der Großmutter stand und er ihr gram war, dass sie ihm nur eine Geschichte erzählt hatte, die er ihr geglaubt hatte. “Vielleicht ist es doch ganz anders”, sagte er zum Abschied. Jetzt wollte er keinen Schirm mehr mit sich tragen. “Nie, nie mehr.” So sprang Herr Heinz davon und wollte alles nachholen, was er als Kind versäumt hatte. Doch kaum hatte er den Rückweg angetreten und den großen Park angesteuert, verdüsterte sich der Himmel.

“Droh’ mir nur, ich glaub’ dir nicht”, lachte er die Welt aus.

Bild 15

Dann begann es zu regnen. Herr Heinz wurde nass und wusste nun, dass seine Großmutter recht gehabt hatte. Er konnte die Welt überlisten, so triefend nass er auch war. “Jetzt weiß ich, dass es nur regnet, wenn ich keinen Schirm dabei habe.” Herr Heinz war froh, aber auch ein wenig unlustig, weil er auch eine Pflicht zu erfüllen hatte.

Er musste sich was überlegen. So viel stand fest.

Bild 16

Schließlich mochte Herr Heinz keine Regenschirme. Da ging es ihm wie der Sonne. Also sorgte er dafür, dass er immer in Begleitung ausging, wobei diese an seiner Stelle den Schirm trug. Es war nicht einfach, jemanden zu überzeugen. An manchen Tagen dauerte es sehr lange, bis er endlich einen fand, der ihm den Schirm trug. Für Herrn Heinz war es sehr anstrengend, neue Gründe zu erfinden. So kam es, dass er, obwohl er einen Schirmträger gefunden hatte, zu müde war, auszugehen.

Bild 17

Bald darauf bat Herr Heinz nur noch Frau Erika, mit ihm auszugehen. Sie war am schnellsten zu überzeugen. Außerdem hatte sie immer eine Tasche dabei, in die sie den Schirm stecken konnte. Der Plan von Herrn Heinz ging auf, und der Regen blieb aus. Er hatte die Lösung gefunden. Die Welt war mit Hilfe der Sonne überlistet.

Bild 18

Herr Heinz und Frau Erika gingen durch die Stadt, die umliegenden Dörfer und fuhren mit dem Bus in die Nachbarstadt. Die Wochen, Monate vergingen. Die Linden blühten, die Bienen betranken sich am Nektar und fielen auf den Boden.

Dann warfen die Linden ihre Früchte ab, worauf Herr Heinz und Frau Erika sie unter ihren Sohlen zerdrückten. Dann wurden die Linden gelb in der Herbstsonne und nachdem der Wind durch sie gegangen war und wurden fahl.

Natürlich regnete es auch, aber nie, wenn Herr Heinz mit Frau Erika ausging.

Bild 19

Frau Erika schlug vor, in den Wald zu gehen, weil es dort immer grün war. Herr Heinz folgte ihr. Viele Wochen hatte er Frau Erika vertraut. Selbst als sie ihm mitteilte, einen anderen Schirm zu nehmen, der noch besser in ihre Tasche passte, glaubte er an ihre Aufrichtigkeit. Daher fragte er nicht mehr so oft wie früher, ob sie auch den Schirm nicht vergessen habe.

Doch sie nickte jedes mal, wenn er sie fragte, als wäre ihr Kopf aus Blech, in dem Gewichte hin und her rollten.

Bild 20

Wieder waren Herr Heinz und Frau Erika in den Wald gegangen. Als sie auf dem Nachhauseweg waren, regnete es plötzlich. Die Welt hatte es Herrn Heinz gleich getan und sich ebenfalls einen Verbündeten gesucht, den sie in Frau Erika gefunden hatte. Die hatte ihm nur gesagt, dass sie einen Schirm dabeihabe, in Wahrheit hatte sie gar nicht daran gedacht, ihn einzustecken.

Herr Heinz strich daher Frau Erika aus seinem Team zur Überlistung der Welt, das nun wieder nur aus einer Person bestand.

Bild 21

Herr Heinz gab nicht auf und besann sich auf ein neues Verfahren, mit dem er die Welt überlisten konnte. Ich brauche zuverlässige Mitarbeiter! Nur wie stell’ ich es an, dass sie was tun, ohne es zu wissen, dass sie es tun?

Man muss sie verlocken, beschloss er und ging zu Herrn Carlo, der ihm dabei helfen sollte.

Bild 22

Herr Carlo betrieb einen Frisiersalon, den in der Hauptsache ältere Damen besuchten. Sie kamen schon, seit sie junge Damen gewesen waren zu Carlo, weil er für die ihrem Alter gemäße Frisur sorgte. Herr Heinz setzte sich zu den wartenden Damen und begann, ihnen vom Regen zu erzählen. Genau genommen erzählte er von Frau Erika, die eine neue Dauerwelle bekommen hatte, als es zu regnen begonnen hatte und darauf ihre Frisur in sich zusammenfiel. Kaum war er zuende mit dem Erzählen, begannen die Frauen, ihre Geschichten vom vom Regen zerstörten Frisuren zu erzählen. Herr Heinz hatte das Misstrauen gesät. In seinen Geschichten regnete es immer.

Bild 23

Es regnete immer, wenn Herr Heinz erzählte. Selbst wenn und auch dann, wenn der Wetterbericht etwas anderes behauptete und von Sonnenschein sprach. Dass dieser Vorfall die Damen nicht erschütterte und damit vom Schirmtragen überzeugte, verwunderte Herr Heinz ein wenig. Bald bemerkte er, dass es bei den Damen nicht auf die Botschaft allein ankam. Es brauchte Gefühle in der Geschichte. So sprach er ihnen, dass er den Wettermann aus dem Fernsehen einmal gesehen hatte. “Ein ganz reizender Mensch”, frohlockte er. Nie könnte er etwas Böses oder die Menschen Beunruhigendes sagen, erklärte Herr Heinz mit großer Geste.

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Das brachte der Wetterfrosch nie übers Herz, versicherte Herr Heinz. Er ist einfach gerne im Fernsehen, weil er nur eines wolle: den Menschen Freude spenden, hatte ihm der Wetterfrosch gestanden. Deshalb sage er nie schlechtes Wetter voraus. Was natürlich bedeutet, dass nichts von dem, was er sagt, stimmt. Das heißt, es kann jederzeit regnen, selbst wenn der Wetterfrosch Sonne verspricht, log Herr Heinz sich zurecht.

Natürlich stimmte alles, was der Wetterbericht sagte, doch das war nicht im Sinne des Planes von Herrn Heinz. Jedenfalls, schloss er, wäre das das Geheimnis des Wetterfroschs. Man müsse ihm helfen, indem man ihn reden lässt, aber selbst sich schützt und daher immer einen Regenschirm dabeihabe, da es immer regnen kann.

Bild 25

Die Damen im Salon fanden sich von dem Vorschlag angetan. Herr Heinz war über den Gang der Dinge erfreut. Er wusste, dass die Damen diese Neuigkeit über den liebenswerten Wesenszug des Wettermannes weiter gaben. Die gleiche Geschichte erzählte er ein paar Tage später auf einer Busfahrt mit Senioren, dann noch bei einem Kaffeenachmittag und der Jahreshauptversammlung des Pensionärsvereins. Fortan trugen Seniorinnen und Senioren immer einen Schirm bei sich.

Herr Heinz war zufrieden.

Bild 26

Bald verfügte Herr Heinz über eine Zahl von Mitarbeitern in Bataillonsstärke, die immer einen Regenschirm trug. Mehr aus Interesse, ob auch dieser Trick gelang, denn aus Notwendigkeit, verfiel er darauf, auch für Taschentücher zu sorgen. Er ging wieder zu Herrn Carlo und erzählte ihm von den Zauberstäuben. Neulich habe er im Fernsehen eine Sendung über einen besonderen Samen gesehen. Die dazugehörige Pflanze blühe nur im Süden. Reisende hätten sie in unsere Region gebracht. Allerdings nicht in Form von Samenkörnern und Setzlingen, sondern in Form von Blütenstaub. Er sei nur mit Hilfe eines Taschentuchs aus Stoff aufzunehmen, gab er vor. Der so gefangene Staub müsse dann in Wasser aufgelöst werden, worauf sich die Pflanze entwickelte.

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Das genügte, um die Damen zu interessieren. Den Rest übernahmen die Damen bei Herrn Carlo. Sie trugen die Geschichte weiter. Von da an sah er mehr Stofftaschentücher in Damenhandtaschen als je zuvor. Keine wollte im Ernstfall kein Taschentuch dabeihaben, um den Blütenstaub aufzufangen. Herr Heinz hatte nur ihren Jagdinstinkt wecken müssen.

Doch das geschah nur nebenbei.

Bild 28

Herr Heinz traf nur noch selten ältere Menschen ohne Schirm. Das Wetter hielt seitdem, wenn er ausging — beständig sonnig. Doch Herr Heinz blieb misstrauisch und zweifelte, ob er die Welt endlich überlistet hatte.

Nur wenn alle Schirme trugen, war sie in Schach zu halten.

Aber was, wenn zuviele sterben oder Schirme vergessen werden?

Und Dauerwellen aus der Mode kamen?

Bild 29

Herr Heinz wollte daher neue Mitarbeiter anwerben. Natürlich ohne dass sie das wussten. Deshalb ging er zu Herrn Siegfried, der Hausmeister an dem Gymnasium der Stadt war. Zu seinen Aufgaben gehörte es, für Sauberkeit und Ordnung auf den Fluren und im Pausenhof zu sorgen. Längst rannte Herr Siegfried nicht mehr hinter den Schülern her, um seine Pflicht zu erfüllen. Er arbeitete ebenfalls mit einem Trick und forderte die Schüler engagiert auf, ihren Schmutz zu machen und Papiere fallen zu lassen. Derart verwirrt von dem großzügigen Angebot werfen sie ihren Abfall seitdem in die aufgestellten Mülleimer, frohlockte Herr Siegfried.

Bild 30

„Das ist ideal für meine Zwecke“, sagte Herr Heinz. Daher war es ihm gelegen, Herrn Siegfried, der mit Listen gut vertraut war, in seinen Plan einzuweihen.

Herr Siegfried zeigte sich darüber hocherfreut. So schlug ihm Herr Heinz vor, die jungen Leute dazuzubringen, Sonnenbrillen zu tragen.

Er hatte die Erfahrung gemacht, dass die Sonne besonders heftig stach, wenn er keine Sonnenbrille dabei hatte. Steckte eine in seiner Tasche war es hell, aber nicht zu hell.

Geradezu angenehm, betonte er.

Deshalb wollte er den Zustand des sonnigen, aber nicht zu grellen erzeugen und zwar

d a u e r h a f t .

Bild 31

Herr Siegfried schlug daher vor, dass er fortan das Tragen von Sonnenbrillen im Schulhaus verfolgen werde. Mehrfach ging er an den folgenden Tagen Schülerinnen und Schüler an und hielt ihnen einen Vortrag über die Schädlichkeit von dunklen Gläsern in dunklen Räumen.

“Ihr macht euch eure Augen kaputt”, klagte er ständig.

Schon ging alles seinen Gang und wie von selbst.

Bild 32

Die folgenden Tage brauchte Herr Siegfried nur noch besorgt in Richtung der Schüler zu schauen, um an deren Grinsen zu erkennen, dass sein Plan aufgegangen war. Er hatte es geschafft, dass binnen einer Woche fast alle Schüler der oberen Klassen Sonnebrillen trugen. Er meldete Herr Heinz das Ergebnis seiner Bemühungen. Er dankte Herrn Siegfried und verfügte nun über viele neue, vor allem junge Mitarbeiter.

Bild 33

Herr Heinz sah seine Mission erfüllt.

Er konnte zufrieden sein, denn seine Mitarbeiter waren hochmotiviert, auch ohne dass sie das wussten. “Vielleicht gerade deshalb”, sagte er sich. Die Senioren trugen die Schirme, die Jugendlichen folgten als Nachwuchskräfte mit ihren Sonnenbrillen und halfen mit, die Welt zu überlisten. Herr Heinz konnte sich auf seine Mitarbeiter verlassen. Bemerkte er einen Rückgang, sorgte er mit neuen Geschichten für Nachschub, wobei er auf Herrn Siegfried rechnen konnte. Derart ausgestattet, war die Welt recht souverän zu überlisten. Sie hatte keine Chance oder sie merkte einfach nix. Geregnet hat es seitdem nicht mehr, jedenfalls wenn Herr Heinz ausging.




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