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Dies ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit Michael Mahren.

 

Unser Projekt verbindet zwei unabhängig voneinander entstandene Folgen von seriellen Zeichnungen.

 

Michael Mahren zeichnet in einzelnen Sitzungen immer wieder Folgen zu der Musik des Schlagzeugers Oliver Strauch. Ebenso gibt es immer wieder Sitzungen zu den Themen Portrait und Landschaft. Letzteres aus der Bewegung des Gehens heraus entstanden.

 

Klaus Harths Serie der "täglichen Zeichnungen" entstand zwischen den Jahren 1994 und 2000. Ausgehend von einer mit dem jeweiligen Datum verknüpften Spielregel (Eine gerade Zahl im Entstehungsdatum der Zeichnung bedeutet die Verwendung einer gebogenen Linie, eine ungerade Zahl die Verwendung einer geraden Linie. Dies dann wiederum jeweils im Zahlenverhältnis dieses Datums, d.h.: an einem 3. Februar entsteht eine Zeichnung, die Linienmaterial von einer geraden zu einer gebogenenen Linie im Verhältnis 3:2 verwendet. Mit dem Lineal gezogen.) entstehen jahrelang diese Zeichnungen.

Man sollte sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen.

 

Bewegen sich die Zeichnungen von Michael Mahren von einem gegenständliche Ansatz heraus zur immer freieren Form, führen Klaus Harths Zeichnungen, ausgehend von ihrer stringent-stupiden Spielregel, plötzlich zu überraschend gegenständlichen Assoziationen.

In der Mitte zwischen diesen doch recht unterschiedlichen Ansätzen finden sich immer wieder verblüffende Überschneidungen.

 

Zwei unabhängig und sogar in Unkenntnis voneinander entwickelte serielle Arbeiten, die, wenn man sie aufeinandertreffen lässt, sich gegenseitig zu kommentieren und erhellen vermögen. Der Blick des Fremden auf das Vertraute als auch der eigene Blick, der sich entfernt und entfremdet hat und durch die Kenntnis des Fremden verändert zurückkehrt.

 

Zum gegenseitig fremden Blick auf das im Anderen dann plötzlich doch wiederum auch so vertraut scheinende gesellt sich die Übertragung der Zeichnungen ins elektronische Medium.

Die Abläufe des Seriellen werden verdeutlicht und sind für die jeweilige Folge selbst wieder ein fremder Blick auf’s Eigene, der dieses wieder neu zu beleuchten vermag.

Und zusätzlich kommt es auch hier zu Gegenüberstellungen der beiden Ansätze: nebeneinander montierte Bildschirme konfrontieren unterschiedliche Rhythmen und Ablaufgeschwindigkeiten miteinander, kombinieren die Serien in immer neuen Geschwindigkeiten und lassen auch hier Verbindungen wieder andersartig augenscheinlich werden.

 

Wie kann das nun vor Ort in einer Ausstellung aussehen?

 

Einerseits werden ausgewählte Folgen unserer Serien als Original-Zeichnungen - klassisch in gerahmten Reihen präsentiert - miteinander in Bezug gesetzt.

 

Daneben gibt es Reihungen von jeweils zwei nebeneinander stehenden Bildschirmen, die die beiden Serien in ihrer zeitlichen Abfolge zeigen. Dies in unterschiedlichen Rhythmisierungen, aber so, dass sich bei jeweils zwei nebeneinander montierten Bildschirmen ein die Sache erhellendes Miteinander ergibt. Bei einer ersten Präsentation im Rahmen der Ausstellung OBSESSIONEN im Saarländischen Künstlerhaus haben wir z.B. die täglichen Zeichnungen in einer langsam fortschreitenden Überblendtechnik gezeigt, die die beiden Monate April und Mai 1999 in Folge Blatt für Blatt entwickelt haben; daneben die Zeichnungen von Michael Mahren in der an die Schlagzeug-Thematik angepasster Rhythmisierung.

 

Die spannenderen Passagen haben sich aber dort ergeben, wo auch Michael Mahrens Zeichnungen in sehr langsamer, überblendartiger Weise den täglichen Zeichnungen gegenübergestellt waren, was zu der Idee geführt hat, zukünftig mit der Art und Weise der Rhythmisierung zu experimentieren, auch hier unterschiedlichste Dinge auszuprobieren und miteinander zu kombinieren.

Entstehen z.B. seit Anfang der 2000er Jahre keine täglichen Zeichnungen mehr (die Serie wurde damals für abgeschlossen erklärt), so ergibt sich aber auf dem Feld der Gegenüberstellung von Abläufen zu den Zeichnungen von Michael Mahren ein neuer Ansatz zwar nicht zur Fortführung der Reihe, aber zu deren Erweiterung in das elektronische Medium.

 

Nicht zuletzt finden wir auch diesen Punkt mit am spannendsten: ein klassisches und uraltes Medium wie das Zeichnung mit den bereits so betitelten „NeuenMedien“ in Bezug zu setzen, um zu  sehen, was dann passieren kann.

 

In diesem Bewerbungsheft finden sich ein Text von Dr. Sabine Graf, die unsere Idee aus ihrer Sicht beschreibt, biographisches Material, sowie Abbildungen einiger ausgewählter Beispiele der jeweiligen zeichnerischen Arbeit solo und entsprechende „statische“ Gegenüberstellungen von einzelnen Blättern.

Um die Video-Sequenzen mit ihren Überblendungen etc. zu veranschaulichen, haben wir u.a. Fotos der Installation, wie sie in der Ausstellung OBSESSIONEN Anfang 2006 imSaarländischen Künstlerhaus zu sehen war, beigefügt. Auch der Katalog dieser Ausstellung liegt bei.

 

Dieses Projekt ist jeweils nur ein Aspekt unserer Arbeit.

Je nach Möglichkeit der Räumlichkeiten wäre es vielleicht sinnvoll, diese doch recht strenge Anordnung durch eine weitere kleine Arbeit obsessiven Charakters zu ergänzen, um den Blick auch wieder zu lockern und entsprechend anders auf den Kern der Präsentation zurückzuführen.

 

 

 

 

Michael Mahren

Klaus Harth

 

 

Saarbrücken im Juli 2006

 

 

 




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