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Alles über Wind und Wetter war die Ausstellung zur Saarbrücker
Sommermusik des Jahres 2006. Zur Ausstellungseröffnung gab es eine
Lesung in Zusammenarbeit mit Sabine Graf und Stephan Flommersfeld.

Im Gegensatz zu der zeitlich parallel laufenden Ausstellung in der Architektenkammer am Neumarkt waren bei Alles über Wind und Wetter nur neue Arbeiten zu sehen. Die Kombination insbesondere der größeren Bilder im Format 130x150cm führte zur Idee der "Keimzellen". Vier bis fünf Bildmotive werden immer wieder neu bearbeitet und in einer geplanten Ausstellung miteinander in Bezug gebracht. Dies insbesondere die Motive "Regen über dem Aldi-Markt" (vielleicht als kleine Reminiszenz an Jörg Immendorf auch mal mit einem LIDL-Markt), großer Vogel, kleine Vögel, Himmel oder Landschaft, Computer- oder Fernsehbildschirm.

Eine Entdeckung und motivisch noch nicht ausgereizt waren in der Vorbereitung auch die in ihrem Arbeitstitel sogenannten "Sternenbilder": dunkle Landschaften mit kleinen weissen Löchern ("Sternen" ).

Vorab der im Saarbrücker KAKADU veröffentlichte Text zur Ausstellung.

Die Saarbrücker Sommermusik steht in diesem Jahr unter der thematischen
Vorgabe „Faust“. Wie im letzten Jahr durch die Fotografien von Ingeborg Knigge,
begleitet auch in diesem Jahr eine Ausstellung im Kulturfoyer die musikalische Veranstaltungsreihe
.

Klaus Harth zeigt die für diesen Anlass konzipierte Bilderfolge unter dem Titel „Alles
über Wind und Wetter“. Zur Eröffnung am 6. August findet eine unter dem gleichen Titel
firmierende und zusammen mit Sabine Graf und Stephan Flommersfeld erarbeitete
Lesung statt. Lesung und Ausstellung funktionieren unabhängig voneinander, sind aber
in der Art und Weise der losen Verkettung von Themensträngen und Bildern einander verwandt und können sich gegenseitig bereichern.


Was ist zum Thema Faust zu sagen? Wo beisst man zu, wie kann man sich dieser Fülle an Stoffen bildnerisch nähern? Man kann den Faust illustrieren. Die denkbar einfachste Lösung. Dies ist in dieser Ausstellung nicht zu sehen. Helmut Kohl in seiner verspäteten Rolle als Dr. Faustus, Heiner Geißler (der übrigens auch am 3. März Geburtstag hat) als Mephistopheles: Sie bleiben einem hier erspart.

Dergleichen Märchen seh’ ich oft entstehen und plötzlich wieder untergehen.

Klaus Harth wird am 3. März 1964 in Neunkirchen/Saar geboren. Einer Ausbildung als Druckformhersteller in Saarbrücken schließt sich ein Studium der Freien Bildenden Kunst bei Professor Dieter Brembs an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz an. Mitbegründer des büros für angewandte ideen. Keine Galeriegründungen in Übersee.

Seit Mai 1997 entsteht die mittlerweile auf 794 Bilder angewachsene Reihe „einen Vogel zu haben ist besser, als nichts zu haben: das ideale Rotkehlchen“. Ein möglichst dummes und verfängliches Motiv (falls es so etwas gibt) wird auf seine Tauglichkeit als solches hin untersucht, immer wieder variiert und durchdekliniert und auf die Probe gestellt. Viele wollen etwas überaus Kluges und Schlaues tun und es kommt meist nur etwas Dummes dabei heraus. Geht es auch umgekehrt? In voller Absicht?

In den Jahren 2003-2005 entsteht der Kern des „Honecker-Museums“, das in Saarbrücken im Rahmen des Robert-Schuman-Preises zu sehen war. Keine Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte, wie durchaus falsch verstanden werden konnte, wenn man nicht genau hingesehen hat.

Sondern: eine Befragung von Bildern und ihrem Verhältnis zu dem, was wir gemeinhin Realität oder Wahrheit nennen. Grundlegend für die Arbeit waren z.T. Fotografien, selbst vor Ort gemachte oder ältere aus Büchern, nebst malerischen Annäherungen und Zeichnungen, die Fotografien dann wieder übermalt und -arbeitet, die gemalten Sachen fotografiert, in Büchern und Heften wieder zusammengebracht, um sie wieder zu fotografieren resp. zu übermalen und dann zu fotokopieren etc. ppp. Ein unendlicher Schwurbel. Was ist die Wirklichkeit? Eine ursprüngliche Idee wird kolportiert und im Aufeinandertreffen mit der Wirklichkeit zu etwas anderem, ein wenig umgebogen, damit sich besser damit leben lässt usw. usf. Wo ist die ursprüngliche Idee im Alltag noch wiederzuerkennen? Kernstück des Honecker-Museums waren schließlich zwei Fotoalben, die dann wieder Doppelseite für Doppelseite fotokopiert und in Konfrontation mit den gemalten Arbeiten am Umlauf des Ausstellungsraumes ausgebreitet wurden. Man könnte das dann wieder fotografieren und auch hier: usw. usf. Vielleicht sagt das Lächerliche und Absurde mehr über die Befindlichkeit einer Gesellschaft aus, als das in der Absicht des hehren Guten Wahren und aufklärerisch Schönen verfasste. Und wenn man es denn wirklich doch als Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte lesen will: das Lächerliche gebiert die Ungeheuer. (Und auch der Versuch des Hehren macht sich lächerlich.)

Es gibt einen Satz, der unangreifbar ist, nämlich der, dass man Dichter sein kann, ohne auch irgendjemals ein Wort geschrieben oder gesprochen zu haben.

Dies schreibt Hans Carl Artman in seiner Acht-Punkte-Proklamation des Poetisches Actes. Man kann diesen Gedanken insofern weiterführen, dass jemand auch Maler sein kann, ohne auch nur ein einziges Mal eine Tube Farbe oder einen Pinsel in der Hand gehabt zu haben: jedenfalls scheint es aber keinesfalls denkbar, dass jemand ein Denker sein kann, ohne jemals auch nur einen einzigen Gedanken gehabt zu haben.

Was hat das alles nun mit dieser Ausstellung zum Thema Faust zu tun?

Arbeitsämter als die Kathedralen unserer Zeit. Dies war einmal eine bildnerische Idee. Orte der Rückbindung an etwas, was einmal als sinnstiftende Gemeinschaft empfunden werden konnte. Arbeitsämter gemalt im Morgen- Mittag- und Abendlicht. Aber eigentlich gehört auch dies in die bereits vergangene Zeit. Computerbildschirme als deren Ersatz für die jüngere Generation, als Projektionsflächen und Heimstatt für Fantasie und Geist, aber auch das funktioniert nicht, leuchten die Bildschirme doch von innen, wenn auch aufGeheiß des vor ihnen Sitzenden und klickenden: Die Datei hat immer recht. Soft- und Hardware als Opiate nicht mehr nur für das junge Volk. Computer als Maschinen für die Befreiung des menschlichen Geistes, ach das wäre schön, aber genauso wenig, wie jemand, der sich einen Bleistift kauft, auch zeichnen kann, sind Computer per se kreatives Arbeitsgerät. (Ist das jetzt ein Allgemeinplatz oder ist es an der Zeit, das ruhig auch einmal aussprechen?)

Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Aufwand sie wie wenig erreichen.

Was sind nun die Themen?: Das Absurde. Die Abgründe hinter dem Banalen und Harmlosen. Das Banale. Das Harmlose. Die Dummheit und Unerträglichkeit der Welt. Die eigene Dummheit und Unerträglichkeit. Und dass nix so ist, wie es scheint. Und dass scheinbar nix so ist, wie es ist.

Und natürlich, wie das dann alles aussieht.

Der Philosoph, er weiss es nicht zu fassen, da liegt der Fels, man muss ihn liegen lassen, zuschanden haben wir uns schon gedacht.

Vor dem Bildschirm sitzend und das Internet befragend, möchte man doch immerhin ab und an ausrufen: verweile doch, du bist so schön. Aber dann winkt auch schon der nächste Link.

(Beim Fernsehen war es doch eher umgekehrt: schnell weggezappt mit dem Bösen und Unangenehmen und Langweiligen).

Das Interessante an einem Computerbildschirm als Bildthema einer malerischen Auseinandersetzung ist die Dummheit der Fläche des ausgeschalteten Bildschirms. Aus der Stupidität der monochromen Fläche entsteht ein interessantes formales und inhaltliches Problem: wie wird aus der Dumpfheit der Fläche ein doch interessantes Bild über die Ödnis derWelt? Das elektronische High-Tech-Produkt als hübscher Gegensatz zur Handarbeit des Farbe-Verteilens.

Dennoch: Bildschirm im Morgen-, Mittag- und Abendlicht? Oder lieber die pointillistische Lösung?

Anja Hirschmuggel betrachtet die Bilder von Farina Bauch.

BezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschuss
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BezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschuss
BezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschussBezirksfrauenausschuss:

Ein schönes Wort mit einem großen Potential an Ausdruckskraft.

Wie kriegt man die Welt zu fassen? Kunst bildet nicht ab, sie macht sichtbar.
Wolke Dunst Rauch Schall Lüge.

Wenn du nicht irrst, kommst du nicht zu Verstand.

Auch jemand der malt, muss nicht unbedingt ein Maler sein.


Text: Isolde Schamanowski/Klaus Harth. Zitate nach Sabine Graf, Paul Klee, H.C. Artman, Klaus Jürgen-Fischer, Saarbrücker Zeitung und Johann Wolfgang Siewissenschon. Alle Abbildungen aus dem Skizzenbuch zu diesem Projekt.

Herr ist, der uns Ruhe schafft.

Die drei Protagonisten sitzen am Tapeziertisch. Geräusch ertönt (001) (erinnert an Herztöne, endet in einem längeren, leicht enervierenden Piep-Ton, der abrupt endet)

Stephan:

eben noch glaubte ich

eine fliege summen zu hören

doch in wahrheit schabt

ein vöglein über das pflaster

kinder rauchen schwalbenschwänze

mütter schrauben ihnen finken ins ohr

je zarter der specht klopft

desto nachhaltiger die folgen

die letzte nuß am baum

fängt an zu ticken

der ganze garten zerfällt in vibrierende umrisse

und ordnet sich hie und da zu mustern

die allen unbegreiflich sind

himbeeren vollziehen unaufhörlich

zellteilungen

arbeiten an einem neuen geschlecht

dem die sterne eine große zukunft vorhersagen

Klaus:

„Sucht nur die Menschen zu verwirren/Sie zu befriedigen, ist schwer"

Geräusch 002 vom Band_endet in Nachrichtensignal

 

Sabine (live gesprochen, im Stile von Nachrichtensendungen):

Guten Abend, die Nachrichten

London: Auf einer Auktion bei Sothebys erzielt das Gemälde „Dora Maar au chat" mit 95,5 Millionen Euro einen Verkaufsrekord.

Berlin/Rotterdam: Die Installation „Genesis" 1 bis 900 des Malers Nathan Meise hat für Rekordpreise auf dem Ölmarkt gesorgt. Seine vom Nordkap bis zur Straße von Gibraltar reichende Leinwand versteht der Künstler als Protest gegen die Ausbeutung der Schöpfung und für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Aufgrund der bis zu 30 Zentimeter dicken Farbschichten stieg der Bedarf an Ölfarben sprunghaft. Das dafür notwendige Leinöl erzielt derzeit Rekordpreise auf dem Weltmarkt. Kommentar des Künstlers: Als Erzkünstler bevorzuge er zwar Metall, aber wenn er auf diesem Weg den Erzkapitalismus globalisiere, sei ihm das, Zitat „auch recht".

 

Stephan:

Heute habe ich einen Schwarm von fünfundzwanzig Vögeln am Himmel gesehen.Die Entfernung zwischen den Vögeln erschien mir relativ klein im Vergleich zu der Entfernung zwischen mir selbst und dem gesamten Schwarm. Wenn nun einer der Vögel - nur mal so angenommen - kleiner erscheint als die anderen, dann ist er wahrscheinlich tatsächlich kleiner. Wenn wir hingegen fünfundzwanzig einzelne Vögel über den gesamten Himmel verteilt sähen, und einer erschiene kleiner als die anderen, dann wäre es unmöglich zu beurteilen, ob dieser Vogel wirklich kleiner oder aber nur weiter entfernt ist.

Sabine:

Daun: Auf dem Markplatz von Daun kam es heute Morgen zu einem Zwischenfall. Die Mutter eines 11-jährigen Gymnasiasten hat sich an die Fahrradständer an der Schule ihres Sohnes gekettet. „Mein Sohn hat schon als Säugling mit Babypuder gemalt. Er hat eine Begabung, die von seinen Lehrern mit Absicht ignoriert wird. Dagegen muss ich um des Talents meines Sohnes willen etwas tun" , erklärte die Mutter bei ihrer Festnahme.

Geräusch 003

Stephan:

eben noch glaubte ich

eine fliege summen zu hören

(kurze Pause, damit im Publikum für einen kurzen Moment jeder überprüfen kann, ob er nochmals ein Geräusch hört...)

 

Stimme von Klaus vom Band (= Geräusch 004)

schiffe machen wolken

wolken setzen schiffen nach

die fische im meer tauen das salz ab

und sorgen für klare sicht

Sabine setzt live daran anStephan singt schon ein wenig im Vorfeld)

...sowie in Bayern verläuft der Tag in höheren Lagen freundlich und mild. Nur harmlose Schleierwolken säumen hier den Himmel und auch der Nebel in den Niederungen hält sich nicht überall.

Klaus:

Die Temperaturen ändern sich kaum.

Stephan(singend)

kein engel führte mich empor

und doch geh ich durch wolken

manchmal öffnet sich ein tor

und gibt die winde frei

mich blendet hier kein gott

nur blau

Sabine:

es wird wieder wärmer

„Doris" bringt den regen

Stephan:

es regnet nie aus himmelsblau

den zeus, den kann’s nicht geben

es regnet nur, wenn wolken platzen

 

Sabine: „Was bleibt am Ende?

Klaus: „Bilder – nicht als Bilder"

Ein gellender Schrei vom Band (=Geräusch 005)

Stephan:

ist das nicht doch Zeus?

Klaus:

durchaus nicht. der himmlische wirbel ist’s!

Stephan:

der wirbel? das ist mir was neues, daß es den Zeus nicht gibt, und an seiner stell’ sei jetzt der wirbel könig!

Alle rufen durcheinander:Der Wirbel ist König! Der Wirbel ist König! Der Wirbel ist König!

Geräusch 006 -> endet wieder im Nachrichten-Piepston

(vom Cassettenrekorder aus, langsam, fast zäh):

Sabine:

Als Kind wartete ich auf den Regen, weil er meine Kreidebilder von der Straße wusch. Ich brauche die Leere, um zu arbeiten. Da ist keine Leere, die ich füllen muss. Ich brauche Zeit, um zu arbeiten. Doch meine Zeit läuft mir davon. Ich muss meine Zeit teuer bezahlen. Ich zähle Autos, um mir meine Zeit im Atelier zu verdienen. Der Verkehr fließt, ein Pkw, ein Lkw bis 5 Tonnen, ein Motorrad, ein Pkw, ein Lkw ab 30 Tonnen…

 

 

 

 

 

 

Sabine: Die

Klaus: Zeit

Stephan: ist

Sabine: kurz,

Klaus: die

Stephan:Kunst

Klaus: ist

Sabine: lang.

(live, stakkatohaft gesprochen, schnell)

 

(vom Band gesprochen, allerdings ohne die Cassettenrekorder-Verfremdung!!):

Sabine:

Ich verdiene mein Geld wie ich Kunst mache. Ich notiere, dokumentiere das, was vor meinen Augen ist. Es gibt keine Ereignisse. Ich gehe ihnen aus dem Weg. Ich will die Ereignislosigkeit. Langeweile ist der Idealzustand. Der leere Raum mein Ziel. Ich arbeite im Abseits daran, unsichtbar mit meiner Kunst zu werden. Ich glaube an eine Welt ohne Ereignisse, den Raum ohne Zeit und an das höchste Ziel von aller Existenz: Die Unsichtbarkeit als totale Freiheit. Nichts besteht über den Moment seiner Erscheinung hinaus. Deshalb…

life:GONG

es beginnt Geräusch 007 (der folgende Text wird zu tiefen Signaltönen gesprochen und die ganze Zeit über von Geräusch 007 begleitet und illustriert).

Hausfrauen aller Länder vereinigt euch. Auch uns gebührt der Platz in der Sonne des Ruhmes. Wir haben lange genug Staub gesaugt und Kinder in die Musikschule gefahren. Wir wollen uns selbst verwirklichen. Denn Fantasie ist alles. Mehr brauchen wir nicht. Wir haben keinen Beruf. Wir haben nichts gelernt. Wir müssen eine Leere in uns füllen. Nichts in uns darf brach liegen. Darum stürmt die Volkshochschulen, die Sommerakademien. Denn Fantasie muss an die Macht.

Deshalb ist der einzige Weg zum Ruhm die Kunst.

Sie hebt dich aus dem Alltag heraus. Sie ist der Hort der Kreativität. Sie lässt jeden an sich teilhaben. Die Kunst ist die einzig wahre Demokratie. Sie ist für alle da. Wir brauchen nichts als Farbe und Fantasie.

Kommt alle her, die ihr mühselig und beladen seid. Die Kunst ist eure Rettung. Es lebe der Dilettantismus. Es lebe die Kunst.

Geräusch 007 endet in aynthetischen Klaviertönen.

Stephan:

es steigt, es blitzt, es häuft sich an

die amme steht am fenster

und bedenkt die stunde

kepler hört die symphonie der sphären

Geräusch 008 (auf dem Klavier gespielte Sphärenmusik, die in synthetische Klaviertöne übergeht, ähnlich denen in 007. Begleiten und illustrieren auch hier den gesprochenen Text).

die planeten erhalten einen beschleunigten impuls

und verlassen ihre umlaufbahn

De mundi aetherei recentioribus phaenomenis

tycho brahe betrauert seinen elch

der sich auf Uranienborg zu tode stürzte

der zarte punkt, aus dem das leben springt

bestimmt sich selbst zu zeichnen

 

 

 

Sabine (life und pathetisch):

Meiden Sie fortan Kunstausstellungen in Sparkassenfilialen und Rathausfoyers!

Kaufen Sie keine dort feilgebotene Kunst!

Es handelt sich dabei um täuschend echte Kopien von Kunstwerken!

Sie schädigen damit das Preisgefüge auf dem Kunstmarkt und vernichten den Künstlerberuf! Unterstützen Sie unsere Bundeskanzlerin in ihrem Einsatz gegen Produktpiraterie!

(vom Band gesprochen, allerdings ohne die Cassettenrekorder-Verfremdung!! - Fortsetzung des unterbrochenen Textes von eben):

Deshalb muss alle Kunst im Moment ihres Erscheinens verschwinden. Deshalb muss ein Regenschauer auf sie niedergehen und sie wegspülen. Ich liebe dafür die Wolken am Himmel.

 

Stephan:

De mundi aetherei recentioribus phaenomenis

tycho brahe betrauert seinen elch

der sich auf Uranienborg zu tode stürzte

immer bist du mir ein treuer freund gewesen

dich gab mir ein guter gott zum pfand

nie werd ich deinen blick vergessen

der mich an deine seele band

auf dich heb ich den becher

dein schädel hängt nun an der wand

nie wieder leckt mir deine zunge

den schweiß von meiner hand

noch ahn ich deinen schatten

der durch die flure glitt

das klappern deiner hufe

begleitet mich bei jedem schritt

noch hält die bürste deine haare

noch dampft im stall der mist

ein stern wird deine seele fassen

und meinen augen wirst du dann

die sonne sein

immer bist du mir ein treuer freund gewesen

dich gab mir ein guter gott zum pfand

nie werd ich deinen blick vergessen

der mich an deine seele band

 

Geräusch 009

 

 

Stephan:

Die durch den gesammten Organismus ausgestreckten Aeste des Nervensystems

bewirken die Individualität des Körpers, das Gehirn desselben, von dem sie

ausgehn, und wo sie wieder zusammenstoßen, die Persönlichkeit. Daher rührt

es, daß der Geist jeden Stoff, der ihm gegeben wird, seiner Organisation

gemäß verarbeitet, und überall Einheit in das Mannichfaltige zu bringen

sucht. Er wickelt im Selbstbewußtseyn den unermesslichen Faden der Zeit in

einem Knaul zusammen, reproducirt abgestorbne Jahrhunderte und faßt die ins

Unendliche ausgestreckten Glieder des Baums, Bergketten, Flüsse, Wälder und

die am Firmament hingestreuten Sterne in das Miniaturgemälde einer

Vorstellung auf. Er fühlt sich gleichsam selbst in jeder Vorstellung,

bezieht, was vorgestellt wird, auf sich, als den Schöpfer desselben, und

behauptet dadurch ein Eigenthumsrecht über die Welt außer ihm, so weit sie

vorstellbar ist.

 

Klaus (Faust zitierend)):

„Ein dunstiger Nebel deckt sogleich den Raum; Er schleicht sich ein, er wogt nach Wolkenart, gedehnt, geballt, verschränkt, gleich gepaart. Und nun erkennt ein Geister-Meisterstück"

 

 

(Mann mit Hut, auf dem sein Name steht, tritt auf und spricht live)

(Sabine spielt den Mann mit Hut. Sie trägt einen Hut, auf dem geschrieben steht:Mann mit Hut)

(vielleicht steht vor oder neben dem Tapeziertisch ein Notenständer mit diesem Text, von wo aus er, stehend, abgelesen werden kann?)(während dieses Vortrages sprechen Stephan und Klaus im Hintergrund den nachfolgend abgedruckten Text „mond im zenit verharrend"

(in anbetracht der Länge von „mond im zenit" sollte man nach dem Faust-Zitat auch damit beginnen, während Sabine langsam aufsteht, sich den Hut aufsetzt und zum Notenständer geht und ihren Text vorträgt. Wenn sie fertig ist, wird „mond im zenit verharrend noch weiterlaufen. So bleiben auch beide Text schlußendlich erkenn- und verstehbar).

(mit kräftiger Stimme)

 

Guten Abend,

ich habe Ihnen gerade noch gefehlt. Denn kein Bild, kein Ton, ich komme schon. Ich schiebe die Wolken beiseite und sorge für reibungslosen Empfang.

Ich sorge für den verdienten Ruhm. Mein Wahlspruch lautet: (wie im Werbespot)

Du wirst mein Freund, für deine Sinne/In dieser Stunde mehr gewinnen/Als in des Jahres Einerlei."

Sie kennen das Problem: Fade Kunst, schlaffe Konzepte, kein Glanz liegt auf dem Künstlerleben. Ich hab da was für sie!

Sie haben nichts und wollen am liebsten sich in Luft auflösen. Ideal, sage ich. Je dürftiger ein künstlerisches Konzept ist. Je wortkarger ein Künstler, desto mehr bleibt für mich zu tun. Lassen sie es mich so sagen: Alles ist Kunst, jeder ist ein Künstler, wenn ich ihn entdecke. Ich bin alle, die Kunst vermitteln in einer Person.

Lassen sie es mich ganz konkret sagen:

„Wie viele Dämonen – hilfreiche wie bedrohliche – hausen in einem Menschen? Wie viele Seelen, wohnen, ach in meiner Brust. Jeder hat sich wohl schon vorzustellen versucht, wie sei Leben hätte verlaufen können, welche Entwicklung es hätte nehmen können, wenn er zu bestimmten Zeitpunkten andere Entscheidungen getroffen hätte.(&hellip Die Antwort darauf bleibt in der Schwebe, gerade damit gewinnt Frau Xens Fotoarbeit die Dimension einer realistischen Einschätzung der Ambivalenz einer oft als bewusste Entscheidung gewertete Hinnahme des Zufalls."

Wie fantastisch wird es erst, wenn er sich offen zum Nichts bekennt. Das wird mein Schaffen krönen. Künstler, den ich meine, sagen Sie „Ja".

 

mond im zenit verharrend

die nacht auf zitterwogen

schau die flamme

hier und hier

wer hat den berg hervorgebracht?

bald nah, bald fern

ich weiß nicht recht

du, droben

nach jenen höhn

natur, natur, natur

mond im zenit verharrend

du! droben

wer hat den berg hervorgebracht?

im weiten meer musst du anbeginnen

einen augenblick

im augenblick

mond, mond

die alte macht

sind’s menschenstimmen?

mit scharfen schnäbeln

ich weiß nicht recht

die alte macht

ich horchte zu

es hieß natur, natur

hier weht gar eine weiche luft

im weiten meer musst du anbeginnen

man wächst so nach und nach heran

auf dieser schmalen strandeszunge

gar wundersam

mond im zenit verharrend

hier und hier

bald nah, bald fern

mond im zenit

mond im zenit

mond im zenit

mond im zenit

verharrend

die nacht auf zitterwogen

es ist lebendiges entstanden

du! droben

nach jenen höhn

ins düstre rötet sich das feuer

mond

schau die flamme

sind’s menschenstimmen

hier weht gar eine weiche luft

im weiten meer musst du anbeginnen

auf dieser schmalen strandeszunge

mond im zenit verharrend

schnell quillt der berg

schnell quillt der berg

schnell quillt der berg

schnell quillt der berg

hier war’s, hier

dem auge

furchtbar

die nacht auf zitterwogen

die drei schwestern

es ist im feuchten lebendiges entstanden

wer hat den berg hervorgebracht?

 

Eine Stimme: „Nein" (aus dem Publikum, live gesprochen)

 

Sabine:

(live gesprochen)

Dann lass Dich davon überzeugen, dass Du nichts tun musst. Ich tue es für Dich. Willige ein, und Du wirst sehn. Was wir zuerst brauchen, das sind Legenden.

Klaus: „Stürzen wir uns in das Rauschen der Zeit,/Ins Rollen der Begebenheit."

Bastelstundenmusik

(=Geräusch 10) währenddessen sortiert Klaus bereits die zum Anrühren des Instants gebrauchten Utensilien.

Sabine:

Als Zutaten braucht man: Ein Auslandsaufenthalt, ein Streit, eine Aktion.

Man schneide die Zutaten in kleine Stücke. Diese vermische man gut und lasse sie über längere Zeit gären. Dann gieße man den Sud ab. Der verbliebene Bodensatz wird getrocknet und pulverisiert. Dann streue man das Pulver aus.

Es dürfen keine allzu großen Stücke sein. Nur durch kleinste Bedeutungsanteile und Bruchstücke kann sich die Wirkung einer Legende voll entfalten.

(währenddessen live erzeugte Geräusche (Tassenklappern, Schraubgläser, Wasserblubbern mit Strohhalm etc. Gläser hin- und herschieben, Hauen von Bauklötzen auf den Tisch etc. -> Instant-Tee anrühren)

 

 

 

Sabine

(vom Band)

War man je auf dem Mond? Gab es eine Ausstellung oder nur den Katalog, den Zeitungsartikel oder den Fernsehbericht darüber? War Dali in Wirklichkeit Buchhalter, der sich einen Doppelgänger hielt? War Magritte ein Lebemann und kein Gestalter von Tapetenmustern? Rauschenberg Dekorateur bei Tiffanys?

Sabine (live):

Wichtig ist, dass wir darüber reden. Es ist der Anfang deiner Legende.

Klaus:

„Der wichtigste Maler im Südwesten!" (Werbestimme)

Sabine:

Das könnten sie sein! Ob Katalog, Zeitungsartikel oder Fernsehbeitrag. Wir liefern ihnen Legenden nach Maß. Sie müssen nicht selbst als Künstler auftreten. Es braucht keine Ausbildung. Es genügen ein paar persönliche Daten. Den Rest machen wir. Telefon: 08-15-999

 

Ein Gong ertönt.

Sabine (live gesprochen):

Erster Hauptsatz: Was nicht kommuniziert wird, ist nicht, und je mehr es kommuniziert wird, desto mehr ist es.

Zweiter Hauptsatz: Alles, was kommuniziert wird, ist etwas wert, und je mehr es kommuniziert wird, desto wertvoller ist es.

Dritter Hauptsatz: Wer kommunizieren will, darf wenig informieren.

Vilém Flusser

Ein Gong ertönt.

Stephan:

ich gehe über eine wiese

und treffe auf einen mechanischen hirschen

mit einer starren fotolinse als auge

 

Sabine:

Guten Abend, willkommen beim Kunstmagazin „Brot und Spiele". Mein Name ist Isolde Schamanowski. Heute haben wir den Maler Karl Harth zum Gespräch geladen.

Einmal hat er einen 1.000 Markschein in einer Ausstellung an die Wand gepinnt.

Lassen Sie es mich so sagen: Sind Sie denn verrückt geworden?

Karl Harth:

Am Schluss der Veranstaltung stand eine Auktion. Mich interessierte, was passiert, wenn ich einen Tausendmarkschein an einem Bild befestige, wie viel bei der Auktion dafür geboten wird. Um was bieten die Leute? Um den Schein oder um das Bild?

Stephan:

in seinem geweih leuchtet der heiland

Diana umringt von der schar ihrer begleiterinnen

kleidet sich an

sie hofft ein gutes bild abgegeben zu haben

 

Sabine:

Rechneten Sie damit, dass einer den Schein stiehlt?

Karl Harth:

Nein.

Sabine:

Was hat das denn mit Kunst zu tun?

Stephan:

der auftraggeber möchte anonym bleiben

„rent a god"

prangt in großen lettern

auf den türen des vans

Karl Harth:

Kunst bildet nicht ab, sondern macht sichtbar.

Sabine:

Hätten Sie für das Geld nicht Material kaufen können und damit 100 Bilder malen?

Stephan:

plötzlich stürmt eine meute hunde heran

und verbeißt sich

in einen falschen hasen

ein bärtiger jäger pfeift sie zurück

Karl Harth:

Ja, hätte ich.

Stephan:

Aktaion entsteigt dem hirschen

Sabine:

Da sie keine Galerie haben, die Sie vertritt, kamen sie auf die Idee, Postkarten mit Ihren Zeichnungen zu verschicken?

Stephan:

und schlüpft in die rolle des einsiedlers

Karl Harth:

Das hatte nicht nur diesen Grund. Ich verschickte 100 Tage lang jeweils zehn Postkarten mit dem gleichen von mir gezeichneten Motiv an zehn Adressaten. Das geschah anonym, um zu sehen was passiert.

Stephan:

das härene gewand deckt seinen durchtrainierten körper

mit einem riesenhaften eichhörnchen

probt er die versuchung des Hl.Antonius

Sabine:

Hatten Sie damit den gewünschten Erfolg?

Klaus Harth:

Drei Adressaten meldeten sich. Es kam zu einer Ausstellung der Serie in einer namhaften Galerie in Wien.

Sabine:

Was machen Sie jetzt?

Stephan:

im hintergrund purzelt das haupt des Holofernes

Sabine:

Ist die Präsentation im Rahmen einer Ausstellung für Sie nicht längst überholt?

Karl Harth:

Ausstellungen zu machen, ist nicht generell überholt. Nur Bilder an die Wand zu hängen, um Bilder an die Wand zu hängen, ist keine gute Idee.

Stephan:

ins hohe gras

Sabine:

Sie haben es so gewollt. Gute Nacht.

 

Klaus: Ein Geräusch bitte!

(doch es kommt kein Geräusch, also weiter im Text).

 

Stephan:

Alles war in einer Wolke. Und die Wolke ist dann geplatzt. Überdruck. Da war einfach zuviel drin. Das ist, wie wenn einer eine Idee hat. Die will auch raus. Die muß Gestalt gewinnen. Man kann sich das auch so vorstellen: Du bist in einem dunklen Raum, da fällt plötzlich Licht herein und da siehst du Dinge, die vorher auch schon da waren, von deren Existenz du aber nichts gewusst hast. Das bringt dich dann auf Ideen.

Sabine:

„Als die Naturwissenschaften sich emanzipiert hatten beanspruchten sie – im Besitz ausgefeilter Forschungsmethoden – den Rang als Beherrscher und Hüter aller beweisbaren Wahrheiten. Doch seit geraumer Zeit scheint sich erneut die Einsicht zu mehren, dass manche Erkenntnis sich schon unmittelbar aus der sichtbaren Welt gewinnen lasse, sofern man sie nur richtig zu sehen und zu lesen verstehe. Gleichwie: Die Wahrheit des Sichtbaren offenbart sich in der Kunst häufig, wenn nicht gar bevorzugt, in der Wahrheit ihrer Rätsel."

Klaus:

Ideen?

Geräusch 11: ALLEDREISTIMMENDURCHEINANDERSPRECHENDSINDZUHÖREN

Klaus:

Stop!

Ich will nichts mehr hören!

Stephan+Sabine:

Du musst!

„Im Anfang war die Tat"

Klaus:

Ich will es aber nicht. So nicht, nicht diese Kunst.

Stephan+Sabine:

Du musst!

Stephan:

Ein Stein zum Beispiel. Den wirfst du in die Höhe. Möglichkeit A:Der Planet ist so massereich und seineAnziehungskraft so groß, daß der Stein zum Boden zurückfällt. B: Der Planet ist so leicht und seine Anziehungskraft so schwach, daß der Stein ins Weltall hinausfliegt.

(live und vom Band)ALLE DREISTIMMENSIND DURCHEINANDERSPRECHENDZUHÖREN (hier wäre evtl eine Live-Performance zu bevorzugen, oder? Oder mischen der Live-Performance mit Geräusch 11 !!)

Wer erfolgreich sein will, muss Nischen besetzen. Hör mir zu. Meine In- und Out-Liste lautet:

Beide Listen laufen gegeneinander im Vortrag

„In" sind: falsch singen, Schweine züchten, Fotos aus Überwachungskameras, Supermärkte, Sozialkritik, Armut, Jesusbilder, Malerei, die wie Fotos aussieht, Fotos, die wie Malerei aussieht, Tiere, Menschen, Abenteuer….

„Out" ist: alles, was nicht in ist…..

Stephan:
Wie sehen Sie das, Gabriele?

Sabine:
Das würde meine These bestätigen.

Stephan:

Nämlich?

Klaus:

Stop! Ich will nichts sagen, nichts tun. Ich will verschwinden, meine Kunst soll sich auflösen. Am Anfang war die Tat. Das Wort kommt immer zu spät. Das Eigene ist nicht zu vermitteln.

Sabine:

Es ist egal, ob du einen Stein in die Luft wirfst oder ein Buch umblätterst. Der Stein, der durch das Sonnensystem fliegt, würde vorübergehend die Massedichte jedes Teils des Raums, durch den er käme, erhöhen, mehr Materie zu diesen Regionen hinziehen und damit den Prozeß des totalen Zusammenbruchs in Gang setzen. Mit dem Buch ist es genauso: Mit dem Umblättern verschieben sich die Verhältnisse, es ergeben sich neue Perspektiven, die, wenn man es nicht geordnet bekommt, Chaos anrichten.

 

(kurzes Rauschen vom Band) Geräusch 13

Stephan:

Das hat Newton schon beunruhigt.

Klaus:

Und? Fand er eine Lösung?

Sabine:

Du musst nichts tun, um in der Sonne des Ruhmes zu stehen. Du musst noch nicht einmal, den Pakt mit mir schließen. Ob Du ihn mir verweigerst, ist mir gleich. Deine Weigerung ist gerade die Marktnische, die ich mit Dir öffne. Das wird Dein Markenzeichen. Das ist Deine Sonne, Deine Hölle des Glücks.

Je mehr Du Dich weigerst, desto mehr ziehst Du mich an. Du entgehst mir nicht. Egal, was Du tust. Ich bringe es auf den Markt. Du musst nichts tun. Auch das Nichts hat seinen Wert, wenn ich es verkaufe.

(vom Band =Geräusch 14)

Was ist Deine Antwort, Künstler?

Stephan:

Ja, er pflückte die Äpfel vom Baum, ehe sie zu Boden fallen konnten.

Geräusch 15 (Piepstöne, die als fallende Äpfel gehört werden können, enden in Piepston, wie zu Anfang und bei den Nachrichten).

 

 

 

 

 

 

©SABINE GRAF, Stephan Flommersfeld, Klaus Harth





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